Berufungs-Philosophie – Was ist die Berufung?

Was ist die Berufung?

Was ist die Berufung? – Worüber sprechen wir eigentlich?

Berufung ist für uns der innerliche oder göttliche Ruf, sich selbst und sich selbst in der Welt kreativ zu verwirklichen. „Kreativ“ ist hierbei entscheidend: Kreativ, etwas erschaffend aufs Gute gerichtet! Nicht destruktiv!

Nehmen wir das Wort „Berufung“ doch wortwörtlich: Berufung heißt: Mich ereilt ein Ruf! (Wer schon einmal an einem Schreibworkshop von mir (Michael Gutmann) teilgenommen hat, kennt das schon aus der Heldenreise!)

Der eigene Ruf zur Berufung

Wer ruft mich? – Woher kommt dieser Ruf? – Ist es überhaupt ein Ruf, denn außer mir kann ja niemand aus meiner Umgebung diesen Ruf vernehmen. Auch meine engsten Mitmenschen, meine Familie und meine Freunde können diesen Ruf nicht hören oder spüren!?

Der Ruf kann Dich durch Dein eigenes Denken, Fühlen und Glauben ereilen. Da hast Du zumindest schon mal eine verlässliche Quelle, die Du auch befragen kannst und die Dir dann auch Antworten geben kann; hoffentlich. Der Ruf kann aber auch durch ein Ereignis von außen an Dich geraten. Durch einige Worte, die zu Dir durchdringen, durch ein Bild, eine bestimmte Stimmung, … die geheimnisvollsten Ereignisse können als Herolde für Deinen Ruf dienen. Mit dem Nachfragen wird es dann sicher etwas schwieriger. Anfangs. Bis Du die Frage oder die Botschaft, die Dich ereilt hat, in Ruhe selbst durchdenkst, verstehst und bewertest. Um dann Klarheit zu erlangen.

Der Ruf zur Berufung und unser Weltbild

Gerne wollen wir vertreten: „Ein Ruf zur Berufung kann jeden Menschen ereilen!“ Damit ist freilich noch nicht gesagt, dass dieser Ruf wirklich zu etwas Gutem aufruft – die Geschichte bezeugt gleichermaßen das Gegenteil – und woher dieser Ruf stammt. Auch da gibt es große und grobe Unterschiede.

Wir werden uns im Berufungs-Workshop-Seminar und im Berufungs-Coaching ausschließlich um den – soweit wir das einsehen können – guten, förderlichen und wertschätzenden, kreativen, erschaffenden und dicht destruktiven, zerstörerischen Ruf zur Berufung kümmern.

Der Ruf zur wertvollen Berufung

Wir unterstellen also einfach einmal das Gute in der Berufung, zu der Du gerufen bist. Dieser Ruf hierzu kann nun aus unterschiedlichsten Richtungen kommen. Spirituell, individuell, philosophisch weltanschaulich, ökologisch oder ökonomisch. Dies Kategorien überschneiden sich. Auf den spirituellen und auf den individuellen Ruf zur Berufung wollen wir näher eingehen.

Der spirituelle Ruf – Ein religiöser Ruf

Du wirst gerufen durch eine Erkenntnis, Eingebung oder Stimme, die Du als Gott erkennst. Ihr kannst und solltest Du nun, wenn Du hinreichend Mut aufbringen kannst, folgen. (Vgl. hierzu auch die Seite: Berufung und Spiritualität!)

Oder Du wirst gerufen durch die Gebote in Deinen heiligen Schriften. Prüfe bitte dennoch nach humanistischen Geboten, ob Du diesem Ruf reinen Gewissens folgen kannst.

Der innere, der individuelle Ruf – Ein humanistischer Ruf

Dies ist sicherlich der Ruf, der die meiste Unterstützung braucht, jedoch gegenwärtig die geringste Unterstützung erhält. (Aber dafür gibt es ja uns!)

Auf diesen Ruf möchten wir gerne etwas genauer eingehen:

Wir gehen nicht davon aus, dass die Welt deterministisch geordnet, vollständig vorbestimmt ist. Denn dann wäre der Ruf zur Berufung ja auch kein Ruf ins Abenteuer des Lebens. Sondern alles käme so, wie es vorgesehen ist und dementsprechend kommen muss. Schicksal eben.

Aber wir gehen sehr wohl davon aus, dass jeder von uns bestimmte Anlagen hat und dass wir auch nicht alle dieselben Anlagen und Talente haben.

Also: Nicht jede und jeder ist gleich veranlagt aber jede und jeder kann sich gemäß ihrer / seiner Veranlagungen und Talente individuell entwickeln.

Ein Seitenblick zu Goethe

Mein Freund Goethe, der Johann Wolfgang von, hat dies in einem seiner Gedichte, den „Urworten orphisch“ zum „Daimon“ sehr schön zum Ausdruck gebracht, wie ich finde. (Wir müssen Goethe deswegen nicht gleich für einen Vertreter astrologischer Lehren halten).

ΔΑΙΜΩΝ, Dämon

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sibyllen, so Propheten;
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

„Geprägte Form, die lebend sich entwickelt“. Das gefällt mir sehr gut und diesen Satz kann ich gerne in mein Inneres, in meine Gedanken aufnehmen.

Und betrachten wir den ganzen Satz: „Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt geprägte Form, die lebend sich entwickelt“, so erhalten wir auch implizit die Mahnung: „Wehre Dich nicht gegen Deine innere Berufung! Du kannst gar nicht anders wirklich leben. Selbst dann nicht, wenn Du es mit Macht und Gewalt versuchst!

Ein Seitenblick zu Nietzsche

Bei Friedrich Nietzsche und auch schon bei früheren Denkern (u.a. Pindar) findet sich in verschiedenen Formen der Appell: „Werde der, der Du bist!“

Logisch ist der Satz zwar streitbar, aber er drückt doch sehr schön aus, wie sich der Mensch, folgt er seiner Berufung, verwirklichen kann: Werde der, der Du bist! Nämlich indem er das verwirklicht, was in ihm steckt, wozu er geboren wurde. Zur Verwirklichung seiner Anlagen und Talente. Insofern (aber nur insofern) scheinen mir Nietzsches Betrachtungen mit Goethes Weltsicht gemeinsam einher zu gehen.

Der Ruf zur Berufung in Filmen und Romanen

Verfolge doch mal in Kino- oder Fernsehfilmen oder natürlich in Büchern, auf welche Weise die Heldin oder der Held ins Abenteuer gerufen werden! Serien sind dazu meist nicht so gut geeignet, weil da die Heldinnen und Helden ja ohnehin die ganze Zeit in mehreren Abenteuern gefangen sind. Außerdem zeigen die einzelnen Folgen zum Schluss ja meist keine klare Lösung auf, weil sie mit einem Cliffhanger enden, der Dich auf die nächste Folge fiebern lässt.

Wir aber suchen in unseren Workshops und Coachings nach klaren Erkenntnissen und Lösungen für unsere Berufungs-Fragen.

Der Ruf zur Berufung und Das Neue, das noch Unbekannte

Natürlich willst Du, wenn Du auch nur halbwegs selbstbestimmt lebst, diesem Dich ereilenden Ruf nicht auf Anhieb folgen. Sondern alles erst einmal in aller Ruhe überdenken. Richtig so!

Dabei wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass Du, wenn Du diesem Ruf folgen willst, manches und so einiges in Deinem Leben ändern müssen wirst. Willst Du das wirklich? So richtig wirklich aus ganzer tiefer Seele?

Die eventuell bevorstehenden Veränderungen machen Dir wahrscheinlich zuerst einmal gehörig Angst. Und das ist auch gut so. Damit Du gezwungen bist, in aller Ruhe Deinen Ruf und Deinen Weg der Berufung zu durchdenken.

Die Mentorin, der Mentor

Das ist nicht so einfach. Deshalb wird in Heldenreisen oder Heldinnenreisen der Heldin oder dem Helden stets ein Mentor zur Seite gestellt, mit dem sie sich beraten können, von dem sie lernen können. Denke nur an Hagrid in Harry Potter Bd.1 oder an Gandalf für Frodo in den Herr der Ringe – Mythen!

Ich erspare es mir, hier an dieser Stelle Werbung für uns und unsere Berufungs-Coachings zu machen …, aber genau darum geht es uns im Berufungs-Workshop und im Berufungs-Coaching: Wir wollen dafür da sein und wir sind dafür da, gemeinsam mit Dir Klarheit, Sicherheit und Orientierung in allen Fragen der Berufung zu erarbeiten!


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